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NEWS - Leichtathletik Europameisterschaft Ungarn 2010


 

Bianca Meyer holt Silber bei der Europameisterschaft

 

Fast 1000 km reisen, um 10 km zu laufen? Klingt absurd. Aber um auf internationalen Meisterschaften mitlaufen zu können, muss man so einiges in Kauf nehmen. Für Bianca Meyer, erfolgreiche Läuferin und Inhaberin der RUNNING Company München, hat sich der Aufwand gelohnt: Sie erreichte auf den Leichtathletik-Europameisterschaften der „Age Grouper“ in Ungarn den 2. Platz in ihrer Klasse und erzielte darüber hinaus eine neue persönliche Bestzeit über 10.000 m auf der Bahn!

 

Bianca Meyer@Leichtathletik Europameisterschaft Ungarn 2010


„Fast wäre mir mein Knie in die Quere gekommen“, erzählt Bianca. „Schon seit Monaten macht es mir immer wieder Probleme. Dass ich trotzdem und trotz der Wahnsinnshitze zweite geworden bin, macht mich echt glücklich“. Und das auf einer internationalen Meisterschaft!

Auch ihre Kollegen, die Trainer der RUNNING Company, sind stolz auf die Chefin.
„38.20 Minuten auf 10.000 Metern – Respekt!“, so Sepp …., der derzeit den START Running Einsteiger-Laufkurs der RUNNING Company leitet.

Auf nach Ungarn ging es für Bianca am Mittwochmorgen, den 15. Juli schon ganz früh. Zuerst mit 8 Stunden dem Zug nach Budapest und von dort aus weiter mit dem Mietwagen ins 200 km östlich gelegene  Nyíregyháza, dem Austragungsort der Europameisterschaft. „Nach dieser halben Weltreise war ich erst mal ganz schön platt“, so Bianca, „nach einem kleinen Auflockerungsprogramm und einer Runde im Hotelpool konnte ich dann doch noch den Sommerabend genießen“.

Jeder der Meisterschaften läuft weiß, wie aufreibend es sein kann, stundenlang auf den Lauf warten zu müssen. Auch Bianca ging es da am Donnerstag nicht anders. Denn erst um 19 Uhr fiel der Startschuss. „In dem kleinen Städtchen war es nicht leicht, sich die Zeit zu vertreiben, die Besichtigung war nach 3 Minuten abgehakt“.

Vor allem die hohen Temperaturen machten ihr zu schaffen. Um halb sieben stellte sie sich dann kurzer Hand in ihrem Laufdress für zehn Minuten unter die eiskalte Dusche. „Danach war ich wieder voll da und genau in der richtigen Stimmung, um durchzustarten!“.
Und das sah man:
Nachdem Carmen Siewert (die spätere Siegerin) wenige Meter nach dem Start mit sehr hohem Tempo weg zog, konnte sich Bianca am Kopf der Verfolgergruppe, bestehend aus Läuferinnen aus England, Portugal und der Ukraine, platzieren. Die anderen Läuferinnen, des rund 15-köpfigen Starterfeldes, verteilten sich schnell über das Stadionrund. „Dass ich Carmen an diesem Tag nicht mehr einholen konnte, war mir schnell klar. Aber es gibt ja insgesamt drei Medaillen bei einer Europameisterschaft zu verteilen – ich hatte also noch etwas zu gewinnen.“

Trotz der Wasserstände, die Bianca dazu nutzte, sich Runde für Runde das Wasser über den Kopf zu schütten, statt in den Mund, verursachte die Hitze (es war um 19 Uhr immer noch 35 Grad heiß) auf dem letzten Drittel der Strecke ein kleines Tief bei ihr. „Das kann ja jetzt wohl nicht wahr sein“, dachte sich Bianca und aktivierte ihre letzten Reserven. „Augen zu und durch!“ Auf dem letzten Kilometer gab sie noch mal so richtig schön Vollgas und kam, nass wie ein Pudel, aber dabei überglücklich, als Zweite ins Ziel.

Am nächsten Morgen nahm Bianca bei der Siegerehrung auf dem zweiten Treppchen ihre Silbermedaille entgegen. Nachdem auch die Siegerin aus Deutschland kam, durften sich also zwei erfolgreiche deutsche Läuferinnen auf dem Podest über die Nationalhymne freuen. „Das war das erste Mal für mich, dass ich bei einer Siegerehrung die deutsche Hymne gehört habe. Ich hätte nie gedacht, dass ich das in meinem fortgeschrittenen Laufalter noch einmal erleben werden – wirklich schön!“ so Bianca nach der Ehrung immer noch strahlend. „Zur Belohnung gönne ich mir jetzt ein paar Tage relaxen in Budapest“. Die hat sie sich als Vize-Europameisterin auch wirklich verdient!