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NEWS - München Marathon 2008


Muenchen Marathon Combo

Fotos: © Sabine Münch


Mein Traum wird wahr (II):  Endlich geht es los


Die ersten Kilometer bei einem Marathon sind immer purer Genuss. Beim München Marathon 2008 fühlte ich mich bis Kilometer 5 sogar wie ein Star.


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Jetzt nur nicht die Nerven verlieren. Tempo drosseln und nicht überpacen. Leichter gesagt als getan. Ich bremse also auf dem ersten Kilometer was meine Gummisohlen hergeben und dennoch: 3.48 min nach KM 1. 12 sec schneller als meine Vorgabe. Also gleich noch weiterbremsen und versuchen den eigenen Rhythmus zu finden. Nach ein paar Kilometern pendele ich mich schließlich bei meiner Vorgabe 4.00 min/km ein.

Muenchen Marathon Leopoldstraße

Heute fühle ich mich wie ein Star. Nicht nur, dass viele Freunde an der Strecke stehen und mich anfeuern, nein, auf den ersten 5 km begleitet mich quasi ununterbrochen ein motorisierter Fotograph und macht bestimmt 100 Fotos von mir. Die Ehre wurde mir zu Teil, da ich zu dieser Zeit noch 1. Frau im Feld war. Schon ein verdammt gutes Gefühl! Das sollte sich noch ändern.

Nachdem uns die ersten Kilometer durch Schwabing führten, ging es nach 8 km in den Englischen Garten. Hier wurde es dann auch etwas ruhiger an der Strecke. Dafür meldete sich meine rechte Wade erstmalig zu Wort – sie zwickte. Und das schon bei KM 10. Besser nicht zu lange darüber nachdenken, sondern einfach weiter rennen.

Bis KM 15 bin ich voll im Zeitplan. Aber irgendwie läuft es nicht rund. Das Laufen strengt mich jetzt schon an, und es kommen ja noch 27km. Offenbar nicht mein Tag, auch nicht mein Wetter. Mittlerweile hatten wir bereits über 15 Grad und die Temperaturen kletterten an diesem Sonntag sogar noch über die 20 Grad Marke.

Aus dem Englischen Garten heraus geht es hoch zum Herkomerplatz, der größten Steigung des Tages. Von dort hinaus nach Oberföhring. Dort wird es dann richtig einsam, aber zum Glück habe ich meine zwei Fans an der Seite. Britta ermuntert die wenigen Zuschauer zum Anfeuern und Christian versorgt mich vorbildlich mit allen Getränken und Gels dieser Welt.

Die Kilometer verrinnen doch leider auch zu viele Minuten. Bei KM 20 verabschiede ich mich endgültig von meinem 2.51 h Fahrplan. Keine Chance diese Zeit heute zu laufen. Jetzt heißt es kämpfen und beißen. Eigentlich viel zu früh im Rennen. Aber ich habe noch etwas zu verlieren. Ich liege auf dem 2. Platz bei den Frauen und das bei meinem Heimrennen. Also Augen zu und durch.

Über Bogenhausen und Berg-am-Laim geht es zurück in die City nach Haidhausen. Endlich wieder mehr Zuschauer an der Strecke und daher auch mehr Unterstützung. Ablenkung ist alles beim Marathon, wenn die Beine schmerzen und es immer schwerer wird. Am Rosenheimer Platz erwartet mich dann meine kleine Fan-Gemeinde. Erst Geli beim Bananen Verpflegungsstand und dann auch noch Kerstin. Alex war auch an der Strecke, auch wenn ich sie nie gesehen habe. Ihre vielen Fotos von mir beweisen es.

Weiter geht’s den Gasteig Richtung Isar runter. Gleich wird das Tempo schneller – ein Schnitt von unter  4 min/km, wow. Nur leider kann ich dieses Tempo nicht lange halten und im Tal wird es wieder langsamer. Eine echte Überraschung wartet dann am Marienplatz. Die ganze Zeit in dem Bewusstsein laufend auf Platz 2 zu liegen, entdecke ich hier noch eine weitere Frau vor mir. Also doch „nur“ Platz 3?! Das muss ich erst mal verdauen.

Gott sei Dank geht es der Triathletin Ulrike Schwalbe offenbar auch nicht besser als mir. Ich schaffe es also sie zu überholen, und da ist er wieder - mein 2. Platz. Die Stimmung am Marienplatz ist super. Endlich stehen die Zuschauer mal in Reihen hintereinander und es kommt Gänsehaut Feeling auf. Kilometer 31 ist geschafft, endlich geht es zurück gen Norden.

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