Mein erster Marathon – Der München Marathon 2017

Mein erster Marathon – Der München Marathon 2017
31. Oktober 2017 RC | Nadja

Mein erster Marathon – München 2017

Michela Barabandi„Es ist so weit: es ist der Tag meines ersten Marathons. Ich habe während der Nacht leider nicht toll geschlafen. Meine ersten Stunden Schlaf waren tief und fest, aber dann habe ich angefangen zu denken. Habe ich genug Gels dabei? Sind meine ausgewählten Klamotten die richtigen? Es wird windig sein, sehr windig: Xavier fegt seit ein paar Tagen durch Deutschland. Alle möglichen Gedanken schießen mir durch den Kopf. Ich sage mir: ich muss schlafen, aber so richtig klappt es nicht mehr.




Es ist noch dunkel und ziemlich kalt als ich aufstehe. Es ist der 08/10/2017, der Tag meines ersten Marathons. Vor mehreren Jahren hatte ich mir vorgenommen, vor meinem 42. Geburtstag einen Marathon zu laufen. Aber wie es so ist im Leben, habe ich dieses Ziel vor mir hergeschoben! Das kennt ihr auch, oder?




Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben! Mit 50, nach einer Lungenembolie, als mir wirklich klar wurde, dass ich nicht ewig Sachen vor mir herschieben kann, habe ich das Projekt Marathon wieder für mich entdeckt, ins Herz geschlossen und angefangen dafür zu trainieren. Zur Unterstützung schenkte mir mein Mann zum 50. Geburtstag einen super Gutschein von RUNNING Company, mit Gruppentraining, Video-Laufanalyse und, und, und. Damit waren dann alle Ausreden vom Tisch. Ab jetzt wird gelaufen – punkto e basta.




Nach eineinhalb Jahren Lauftraining (Trainingsplan & Gruppentraining) und mehreren Halbmarathons als Zwischenschritt ist mein großer Tag gekommen und ich stehe am Start im Münchener Olympiapark. Kurz vor dem Startschuss habe ich noch Bianca und einige der RUNNING Company Läufer und Läuferinnen gesehen. Wir wünschten uns viel Erfolg und ich suchte mir meinen Platz im Startblock. Eigentlich habe ich keinen Grund mir Sorgen zu machen. Das Training ist einfach super und ich habe mich damit stetig verbessert. Den letzten Halbmarathon am Tegernsee vor einem Monat bin ich in 1:43.04 h gelaufen – das war neue Bestzeit und hat mir Mut gemacht.




Boom: der erste Block ist gestartet. Wir sind die nächsten. Ich nehme mein erstes Gel, ich weiß, ich werde viele Kohlenhydrate benötigen! Boom! Es geht los: mein Block setzt sich in Gang. Ich kenne meine Fehler und einer (aus der unendlichen Liste) ist, dass ich zu schnell starte. Ich behalte mein Pace im Auge…nicht zu schnell, nicht zu schnell…. Henning, ein Freund von mir, grüßt mich kurz und schießt an mir vorbei. Er ist schnell, sehr schnell. Ich weiß, er peilt die 3:15h-Marke an.




Ich fühle mich gut, die Temperaturen sind zum Laufen ideal, nur der Wind kühlt ein bisschen zu viel und ich bin froh, meine Windweste angezogen zu haben. Ich versuche weiter mein Tempo zu drosseln und so gleichmäßig wie möglich zu laufen. Wir sind schon fast am Englischen Garten. Aus einem mir nicht klaren Grund ist dieser Teil der Strecke der ödeste für mich. Aber mir geht es gut. An jeder Station trinke ich Iso-Getränke und zwischen den Stationen nehme ich immer ein Gel…Kohlenhydrate sind wichtig… denk an deine Energieversorgung!




Ich habe geplant meinen Lauf in drei Abschnitte einzuteilen und diese mit unterschiedlicher Pace zu laufen. Wenn ich es nicht schaffe, dann werde ich einfach versuchen konstant eine 5:30er Pace zu halten. Ich muss mich konzentrieren, bei langen Läufen habe ich manchmal die Gewohnheit mich ablenken zu lassen und halte nicht meine Geschwindigkeit. Day Dreaming Running nenne ich das.




Wir lassen den Englischen Garten hinter uns. Ich merke ich werde langsamer, aber wir sind schon beim Halbmarathon-Start, ich habe die Hälfte geschafft und bald darf ich laut meinem Tempoplan langsamer werden. Ich nehme ein Gel vom Verpflegungsstand …meine Lieblingsmarke… das ist gut! Schon bin ich am Marienplatz. Hier ist es einfach zu laufen, die vielen jubelnden Leute motivieren mich. Einige sind so gut, dass sie die Vornamen auf der Startnummer lesen und die Läufer persönlich anfeuern. Das tut gut: danke! Am Odeonsplatz ist es eine mir bekannte Stimme, die meinen Name ruft. Es ist Tibor. Mit ihm war ich beim Radrennen Dreiländergiro. Ich hatte wegen des Unwetters damals abgebrochen, aber er ist durchgefahren. Er feuert mich an und läuft ein paar Meter mit mir: unsere Hände berühren sich.




Abbiegen Richtung Königsplatz: ich mag den Platz, aber der Schlinger ist nicht mein Favorit auf der Strecke. Ich verliere komplett die Orientierung…genau wie letztes Jahr beim Halbmarathon. Irgendwann bin ich wieder in die Theresienstraße. Ich merke, meine Energie wird weniger, Zeit für mein Cola-Gel. Es ist nur noch ein Klatsch bis zum Ziel! Ich schätze sechs Kilometer, aber meine Beine sind müde. Ich sage zu mir: ab jetzt ist es Kopfsache, gib Gas! Aber als ich schneller werde, merke ich, dass mein rechter Gesäßmuskel hart wird, ein Krampf lauert. Fuß vom Gas, die Zeit ist jetzt zweitrangig, mein Muskel darf nicht verkrampfen.




Als ich noch über meinen möglichen Krampf nachdenke, bin ich schon am Bogen der Ackermannstraße und kurz danach im Olympiapark. Ich sehe das Olympiastadion und werde noch einmal schneller. Es ist so schön, die weiche Tartanbahn unter den Füßen zu spüren, ich liebe es auf der Bahn zu laufen. Jetzt, in diesem Moment, noch mehr. Ich habe es geschafft! Ich muss nur noch für die Photographen über das ganze Gesicht strahlen und das fällt mir heute nicht schwer.

MEIN ERSTER MARATHON IST GESCHAFFT! München Marathon 2017 – 3:46.37 h.


DANKE BIANCA! Weil du deine Erfahrung weiter gibst.


DANKE ANDRÉ! Weil du mir in der Donnerstagsgruppe während meines ersten Trainingssommers bei RUNNING Company den ersten Schlief gegeben hast.


DANKE RUNNING Company LAUFGRUPPE! Weil wir uns ständig gegenseitig motivieren.


Und last but not least: DANKE AN ALLE RUNNING Company TRAINER! Weil ihr uns so gut betreut.


Was soll ich noch sagen? Jetzt habe ich Blut geleckt und das Abenteuer Marathon wird für mich weiter gehen.“




Michela

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