Ein Dankeschön an Alle, die mich bei meinem ersten Radmarathon unterstützt haben

Ein Dankeschön an Alle, die mich bei meinem ersten Radmarathon unterstützt haben
23. Juli 2017 RC | Bianca

Es ist vier Uhr als mein Wecker klingelt. Ich hätte ihn nicht gebraucht, da ich vor Aufregung kaum geschlafen habe. Ich bin müde und es ist noch kalt, aber es ist so weit. Meine Klamotten und isotonischen Getränke hatte ich schon am Vorabend vorbereitet, jetzt muss ich nur schnell duschen und dann frühstücken. Das Hotel hatte das Frühstück Buffet schon geöffnet und die anderen Starter sind bereits dabei, ihre Nahrungsspeicher aufzufüllen. Ich mache das gleiche.

Als ich mit dem Frühstück fertig bin, warte ich noch eine Weile im Hotel, da es draußen noch immer kalt und dunkel ist, und ich möchte vermeiden, zu lange in der Kälte auf den Start zu warten. Das Wetter ist bedeckt, aber es hat aufgehört zu regen. Das ist gut, sehr gut! Kurz nach 5:00 Uhr mache ich mich auf den Weg zum Start Punkt: Griglia Nera neben dem Canale in Cesenatico.

Die Atmosphäre ist „komisch“: niemand ist unterwegs außer vielen dunklen Gestalten ohne Licht an ihren Fahrrädern. An jeder Kreuzung neben dem Start sind Helfer positioniert, die die dirigieren.

Ich komme zu meiner Griglia. Es sind schon viele Leute da, den Canale sehe ich überhaupt nicht. Gut es ist 5:30 Uhr, Start ist um 6:00 Uhr, aber unser Block wird frühestens um 6:30 Uhr in Gang kommen. Neben mir sind zwei Italiener, die fragen mich, ob ich die Nove Colli schon gefahren bin. Ich antworte, dass dies mein erster Radmarathon überhaupt ist. Sie schauen mich erstaunt an, dann erkläre ich ihnen, dass ich nur die kurze Variante fahren werde. Sie nehmen die lange in Angriff. Wir unterhalten uns über dies und das. Sie empfehlen mir sehr den Marathona les Dolomites.

Während ich warte, überlege ich mir, ob ich vielleicht noch einmal aufs Klo gehen soll…..Hmm aber wo? Es fällt mir auf, dass es im Gegensatz zu Laufmarathons keine Toi Tois gibt. Toll und nun? Die Männer lösen das Problem, indem sie sich in der Nähe der Zug Schienen entleeren und wie mache ich es? Mein Startplatz ist neben einer Autowerkstatt. Zwei alte Herren machen gerade auf. Ich frage höfflich, ob ich vielleicht die Toilette benutzen darf. “Klar“ antworten sie mir, als ob das selbstverständlich wäre. Die anderen wenigen Frauen, die auch am Start sind, sehen es, und ab jetzt haben die Frauen auch eine Toilette gefunden. Ist es immer so bei Radmarathons? Lieben Frauen die Griglia Nera hat was… ;-). Ich unterhalte mich mit den netten alten Herren, die inzwischen zwei Klappstühle herausgenommen und sich daraufgesetzt haben und jetzt mit uns auf den Start warten.

Ok es ist langsam soweit der Sprecher am Start beginnt mit Ansage…. Boom… der Startschuss ist gefallen. Eine halbe Stunde später dürfen wir auch aufrollen, aber nur 500 m weiter. Es geht los! Die Fahrer sind alle sehr schnell und viele überholen mich, sehr wenige werden von mir überholt, aber meine Wattzahl ist schon ziemlich hoch. Ich werde sie am Berg brauchen. Ich stelle meinen geistigen Tempomat ein und fahre meine Speed im flachen Terrain, wenn möglich hänge ich mich bei einer Gruppe ein.

Km 7: schon der erste Umfall. Der Krankenwagen ist schon da. Nur ein Fahrer ist involviert, ich sehe sein Fahrrad, die Gabel vorne ist gebrochen. Wie passiert sowas? Können die Löcher auf der Straße (es sind nicht wenig und sie sind tief) die Ursache gewesen sein?

Weiter, wir sind viele aber jeder passt auf den anderen auf, nur sehr wenige brettern rücksichtslos. Endlich ist die Ebene vorbei, der erste Anstieg Bertinoro kommt, und jetzt bin ich dran mit überholen, nicht jeden aber sehr viele …. das nervt viele der Männer, das sehe ich an ihren Gesichtern. Dafür bin ich bergab und in der Ebene schwach.

Der erste Anstieg beim Radmarathon Nove Colli

Der erste Anstieg beginnt

Wunderbar der erste Anstieg ist vorbei und das ohne die befürchtete Verstopfung durch schiebende Teilnehmer. Weiter … Nein nicht weiter, was ist das! Es ist der zweite Teil vom Anstieg, das Stück nach Polenta. Eine Karawane von Radfahrern, die ihre Räder schieben. Unmöglich durchzukommen.

Gut dann mache ich eine Toilettenpause, Büsche sind genug vorhanden. Jetzt kommt ein Krankenwagen „wunderbar“ hinterher, wenn er durchpassieren kann, kann ich auch. Ich hänge mich dran, aber er kommt auch nicht weiter. Gut dann absteigen und mitschieben, es geht nicht anders. Da ich MTB Schuhe trage, ist das gehen einfacher und ich bin schnell oben. Jetzt geht es doch weiter und zum Glück war das der einzige Stau für mich an diesem Tag.

Ich merke die schlaflose Nacht, aber ich weiß es wird klappen. Pieve di Rivoschio nehme ich überhaupt nicht war. Ich nutze den Anstieg sogar für ein zweites Frühstück und schiebe Gel und Barriegel in mich rein. Das erste Verpackungspapier landet in dem vorgesehenen Müll Sammelbereich am Straßenrand, das zweite in meiner Westentasche, die ab jetzt zum Müllbeutel umfunktioniert wird.

Oben ist der Ristoro, aber es sind zu viele Leute, ich fülle nur die Trinkflasche mit Wasser: ich habe genug Nahrung dabei für die kurze Variante der Radstrecke. Ich sehe einen Fahrer, der seine Barriegel am Fahrrad Rohr mit Tesa festgemacht hat. Gute Idee…dann bleibt mehr Platz in der Trikot Tasche. Das merke ich mir!

Michela auf dem Weg nach oben

Michela auf dem Weg nach oben

Auf dem Weg gibt es mehrere Leute mit Pannen. Zum Glück ist mir das erspart geblieben. Ich habe zwei Schläuche in den Satteltaschen dabei, aber um gut zu sehen, müsste ich meine Kontaktlinsen herausnehmen; ich muss mir doch irgendwann eine Fahrrad Brille in Sehstärke kaufen.

Jetzt kommt Ciola…es ist wieder meine Zeit zu überholen…. Ein Mann schaut mich erstaunt an und fragt mich, wie ich so schnell fahren kann. Ich weiß nicht, was ich ihm antworten soll…ich habe dafür trainiert und mache es einfach. Es sind viele Photographen am Straßenrand und ich kann sie anlächeln, hoffen wir auf ein gutes Foto.

Oben nehme ich wieder ein Gel und will auch einen Riegel essen, aber ich merke es ist besser wenn ich bei der Abfahrt beide Hände fest am Lenker halte. Um den Riegel nicht in der Hand zu haben, halte ich ihn fest mit meinen Zähnen. Und dann kommt prompt das Motorrad mit dem Fotographen ….klick klick….Neeeeinnnn!

Aber es war gut so …ein Kilometer weiter liegt schon wieder ein Fahrer am Straßenrand und die Sanitäter kümmern sich um ihm. Es ist schon der zweite. Weiter wir kommen in Mercato Saraceno an und ich weiß ich habe nur noch einen Anstieg vor mir: Barbotto. Ich bin ihn schon vor einigen Woche gefahren und ich mag ihn: dann los! Einige schieben ich fahre durch … Jetzt ist das schlimmste vorbei…Barbotto ist geschafft!

Noch eine kurze Toiletten Pause, ein Gel und konzentriert abfahren; die kleinen Gegenanstiege sind nichts. Für die lange Variante des Rennens hätte ich mehr Erfahrung benötigt und unbedingt die Nacht vorher gut schlafen müssen, heute wäre es idiotisch gewesen, es zu versuchen. An der Gabelung biege ich links wie geplant ab für meine 130 km Variante.

Man spürt es: jeder weiß es ist vorbei, jeder gibt Gas so viel er/sie kann. Wir sind in der Ebene, aber wir haben Gegenwind und das nervt. So gut am Berg, so genervt vom Wind …aber ich drücke…ich nehme Windschatten und nach einem Anstieg bin ich vorne und gebe Windschatten. An uns kommt ein Wagen vorbei, hinter ihm eine sehr schnelle Gruppe …es sind die Ersten der langen Variante. Sie haben sechs Stunden gebraucht, ich werde mehr als fünfeinhalb benötigen.

Ich gebe Handzeichen mich zu überholen und falle leider zurück …Chance verpasst. Egal, vielleicht schaffe ich es trotzdem unter 5:30 h zu bleiben. Ich schaffe es leider nicht. 5:38 h sind es am Ende für mich. Nach dem Ziel bedankt sich eine Frau bei mir tausende Mal; ich habe sie gezogen. Nochmal ein danke und sie strahlt vor Glück. Ich hatte überhaupt nicht gemerkt, dass sie hinter mir war!

Ich bekomme eine weiße Calla geschenkt und suche den Stand, um den Chip zurückzugeben. Die Pasta Party lasse ich liegen und suche lieber meinen Mann, um mit ihm ein Bier zu trinken. Ich finde ihn und Prost zu meinem ersten geglückten Radmarathon!

Michela